FLÜCHTLINGSGESPRÄCHE


 
Bertolt Brecht
FLÜCHTLINGSGESPRÄCHE

Inszenierung und Ausstattung: Gabriele Gysi
mit Charlotte Welling und Richard Hucke

Bertolt  Brecht schreibt 1940 und 1941  im Finnischen Exil an den ersten Entwürfen für seine Flüchtlingsgespräche, 1944 in den USA greift er den Text wieder auf.
„Es war die Absicht, philosophische Gespräche auf einer „niederen“ Ebene zu plazieren,“  schreibt er in seinem Arbeitsjournal am 15.11.44.
In loser Folge reiht er Gedanken – oft zugespitzt zu einer Pointe – aneinander und desavouiert gängige Klischees, zerstört Heldengerede, deckt Widersprüche auf, lobt die Schlamperei oder zeigt z.B. die „Wahrheit“ über die Ordnung:
„Wo nichts am rechten Ort ist, da ist Unordnung. Wo am rechten Ort nichts ist, ist Ordnung“
woraus der Schluss folgt: Ordnung „ist eine Mangelerscheinung“

Gabriele Gysi konzentriert sich in ihrer Inszenierung des hochaktuellen Themas auf die abstrakten Elemente des Brechtschen Textes und gibt durch die Betrachtung der Problematik aus einem anderen Blickwinkel neue Denkanstösse.
Die Inszenierung verwischt die Grenzen zwischen heute und gestern, zwischen der „Willkommenskultur“ und der „Verfolgungsunkultur“ (nicht nur von „damals“). Sie betont den Ernst, aber schreckt vor Slapstick nicht zurück.