MICHAEL KOHLHAAS


 
Preisträger des Monica Bleibtreu Preises 2017

Heinrich von Kleist
MICHAEL KOHLHAAS

Inszenierung und Ausstattung: Stefan Herrmann
Mit Michael Meichßner

„Regisseur Stefan Hermann hat sich in seiner Inszenierung der Kleist’schen Novelle im Euro Theater Central (…) den Mensch hinter dem Monster herausgearbeitet und hat so ein tief bewegendes Solo geschaffen, das einmal mehr zeigt, dass ein gutes Stück keine großen Bühnenbilder oder Technikspielereien braucht, keinen Pomp und kein riesiges Ensemble – sondern nur einen guten Text. Und einen überragenden Schauspieler. Letzteren hat Hermann in Michael Meichßner gefunden. Auf kleinstem Raum, eingepfercht in einer winzigen Zelle mit nicht viel mehr als einem Schemel auf einem strohbedeckten Boden, spielt dieser mit beeindruckender Virtuosität auf der Klaviatur der Emotionen, während er als Kohlhaas von jenen Ereignissen erzählt, die aus einem unbescholtenen Pferdehändler von den Ufern der Havel einen gefährlichen Mordbrenner und Plünderer gemacht haben.“ -General-Anzeiger Bonn, 26.11.16

Der angesehene brandenburgische Rosshändler Michael Kohlhaas reist nach Sachsen, um dort einige Pferde zu verkaufen. An der Burg des Junkers Wenzel von Tronka wird von ihm ein Passschein verlangt. Da er diesen nicht besitzt, wird ihm die Weiterreise nur gestattet, wenn er zwei Pferde zum Pfand zurücklässt. Kohlhaas willigt ein und lässt auch seinen Knecht Herse auf der Burg zurück. In Dresden erfährt Kohlhaas, dass es den geforderten Passierschein nicht gibt, lässt sich dies bestätigen und kehrt zur Burg zurück. Dort findet er seine Pferde durch den Einsatz in harter Feldarbeit abgemagert und somit wertlos vor. Er weigert sich, die Pferde als seine anzuerkennen und erfährt bei seiner Heimkehr, dass sein Knecht Herse bei dem Versuch, die Pferde zu schützen, schwer misshandelt und von der Burg verjagt wurde. Gegen dieses Unrecht reicht Kohlhaas beim Kurfürsten von Sachsen eine Klage ein, die jedoch aufgrund verwandtschaftlicher Verhältnisse der Familie von Tronka zum sächsischen Hof abgewiesen wird. Bei dem Versuch, die Bittschrift Kohlhaases direkt an den brandenburgischen Kurfürsten zu überreichen, stirbt Kohlhaas Frau.

Kohlhaas beginnt einen Rachefeldzug gegen den Junker  von Tronka. Gemeinsam mit Herse und Unterstützern überfällt er die Tronkenburg, brennt sie nieder und tötet alle Bewohner. Der Junker selbst entkommt. Kohlhaas verfasst ein Mandat, in dem er allen Unterstützern Wenzel von Tronkas mit der Todesstrafe droht.  Martin Luther, der Kohlhaas zuvor öffentlich verurteilt hat bewirkt nach einem Treffen mit Kohlhaas dessen freies Geleit nach Dresden, um die Klage erneut vor Gericht bringen zu können.

Eine Allianz des  Königs von Polen mit dem Kurfürsten von Brandenburg gegen das Haus Sachsen bringt den Kurfürsten von Brandenburg dazu, sich für Kohlhaas einzusetzen.
Er bietet ihm einen erneuten fairen Prozess an. Der führt zwar zur Verurteilung des Junkers von Tronka auf Schadensersatz, allerdings wird zugleich auch Kohlhaas wegen Landfriedensbruch zum Tode verurteilt.

Dauer ca. 1h 10 Min